Beijing Higher People's Court typische Fallanalyse: Wie Livestream-Einnahmen und digitale Sammlerstücke zwangsweise vollstreckt werden

Originalautor: Xu Qian, Jin Weilin

Kürzlich hat das Oberste Volksgericht Beijings einen typischen Vollstreckungsfall veröffentlicht, der breite Aufmerksamkeit erregt hat. Dieser Fall macht deutlich, dass Einnahmen aus Livestreams, digitale Sammlerstücke und andere virtuelle Vermögenswerte im Internet in den Kreis der durchsetzbaren Vermögenswerte aufgenommen werden. Diese Rechtsprechung bietet eine innovative Lösung für das Problem der „schwierigen Vollstreckung“.

Fallbeschreibung: Von „keinem Vermögen zur Vollstreckung“ zum erfolgreichen Einzug von 200.000 Yuan Livestream-Einnahmen

Nach Einleitung des Vollstreckungsverfahrens in einem Vertragssstreit zwischen einem Industrieunternehmen und Wang wurde durch die Kontrollsysteme des Gerichts festgestellt, dass Wang weder Immobilien, Fahrzeuge noch Bankguthaben besitzt, die zur Vollstreckung herangezogen werden könnten. Der Fall wurde vorerst eingestellt.

Der Antragsteller entdeckte jedoch eine Spur: Wang ist seit langem auf einer Livestream-Plattform im Bereich Diamantenverkauf aktiv, besitzt ein festes Konto und erzielt Einkünfte. Diese Information wurde an das „Zentrum für Weiterleitung von Vermögenshinweisen“ des Gerichts in Peking gemeldet und schnell an das Volksgericht im Stadtbezirk Fengtai in Peking weitergeleitet.

Nach Überprüfung der Situation forderte das Gericht das Plattformunternehmen auf, eine „Unterstützungsmitteilung für die Vollstreckung“ auszustellen. Dabei wurde etwa 200.000 Yuan Livestream-Einnahmen auf Wang’s Konto eingefroren und gepfändet. Nach Geldeingang wurde eine Vergleichsvereinbarung getroffen, bei der zukünftige Provisionen aus Livestreams schrittweise zur Begleichung der Restschuld verwendet werden. Dieser erfolgreiche Fall dient als praktisches Beispiel für die Vollstreckung in neuartige Vermögenswerte.

Fallanalyse: Kriterien für die Anerkennung virtueller Vermögenswerte und Vollstreckungsgrundlage

Virtuelle Vermögenswerte im Internet besitzen eine doppelte Eigenschaft: „Virtueller Charakter“ und „Vermögenswert“. Der erste Punkt bestimmt die besondere Art ihrer Existenz und Vollstreckung, der zweite bildet die rechtliche Grundlage dafür, dass sie als Verantwortungsvermögen herangezogen werden können.

1. Virtueller Charakter

Im Vergleich zu traditionellen Vermögenswerten zeigt sich der virtuelle Charakter bei drei Kernpunkten:

  • Kein physischer Gegenstand: Es handelt sich nicht um materielle Gegenstände, sondern um virtuelle Objekte im Netzwerk, die im Wesentlichen als elektromagnetische Aufzeichnungen auf bestimmten Servern gespeichert sind.
  • Abhängigkeit vom Raum: Sie existieren nur im Internet, ihre Erzeugung, Nutzung und Transaktion sind untrennbar vom Netzwerk. Ohne Plattform verlieren sie ihre Existenzgrundlage.
  • Wertschwankungen: Ihr wirtschaftlicher Wert wird meist nur innerhalb bestimmter Gemeinschaften anerkannt. Zum Beispiel haben Ausrüstungsgegenstände in einem bestimmten Online-Spiel für die Spieler einen Vermögenswert, für Außenstehende jedoch nicht.

Rechtliche Grundlage:

Artikel 127 des Bürgerlichen Gesetzbuchs der Volksrepublik China lautet: „Soweit das Gesetz den Schutz von Daten und virtuellen Vermögenswerten im Netzwerk vorsieht, gilt die entsprechende Regelung.“ Dieser Artikel bestätigt die rechtliche Stellung von Daten und virtuellen Vermögenswerten im Zivilrecht.

2. Vermögenscharakter

Obwohl sie virtuell sind, besitzen virtuelle Vermögenswerte die drei Kernmerkmale von Eigentum:

  • Wert: Sie haben objektiven wirtschaftlichen Wert oder einen Marktpreis.
  • Verfügungsbefugnis: Der Rechteinhaber kann sie besitzen, nutzen und darüber verfügen.
  • Liquidität: Sie können durch Transaktionen, Auktionen usw. in Geld umgewandelt werden.

Damit gehören virtuelle Vermögenswerte mit diesen Eigenschaften zum Verantwortungsvermögen, auf das das Gericht Zwangsvollstreckungsmaßnahmen ergreifen kann.

Vollstreckungsbereich: Welche virtuellen Vermögenswerte könnten „auf die Liste“ kommen?

In der Rechtspraxis wird die Bandbreite der vollstreckbaren virtuellen Vermögenswerte ständig erweitert:

1. Digitale Assets: z.B. digitale Sammlerstücke (NFT) usw.

2. Konten und virtuelle Gegenstände: Hochwertige Social-Media-Accounts (z.B. Douyin, WeChat), virtuelle Geschenke bei Livestreams, hochrangige Spielkonten mit seltenen Ausrüstungen, wertvolle Domains.

3. Einkommens- und Betriebseinkünfte: Plattform-Shop-Betriebsrechte; Mitgliedsrechte mit Vermögenswertcharakter.

4. Datenvermögen: Rechtmäßig gehaltene, wirtschaftlich wertvolle Datenbanken, Kundendaten.

Entscheidungskriterien sind wie oben: Hat es einen klaren Wert, kann es effektiv kontrolliert werden, und ist eine legale Bewertung und Veräußerung möglich.

Fallweiterentwicklung: Vielfältige Vollstreckungsmethoden

Auf Basis der genannten Eigenschaften haben Gerichte neben dem oben genannten Fall bereits weitere praktikable Vollstreckungswege erforscht:

1. Direkte Versteigerung

Das Volksgericht im Landkreis Linqu in Sichuan hat einen Top-Gaming-Account eines Schuldners öffentlich versteigert. Das Objekt wurde für 213.000 Yuan verkauft und erfolgreich verwertet.【(2025)川1623执961号】

2. Sachleistung gegen Schulden

Im Fall eines Arbeitsrechtsstreits zwischen Zhou und einer Handelsgesellschaft in Zhuzhou wurde im Einvernehmen vereinbart, dass der Antragsteller den Livestream-Account des Schuldners als vollständige Schuldenbegleichung akzeptiert. Nach Übergabe der Account-Zugänge wurde der Fall abgeschlossen.

Praktische Hinweise: Von Hinweisen zu Zahlungseingang

Für Gläubiger und Anwälte empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:

Schritt 1: Hinweise sammeln – Prüfen, ob der Schuldner aktiv in folgenden Bereichen ist:

Verlassen Sie sich nicht nur auf Immobilien oder Fahrzeuge. Der Schuldner könnte sein Vermögen auf dem Smartphone verstecken. Besonders zu prüfen:

  • Livestream/Short Video: Ist er auf einer Plattform als Host oder aktiver Creator tätig? Hat er Einnahmen aus Livestreams abgezogen?
  • Gaming: Ist er ein Hardcore-Spieler? Besitzt er hochrangige, gut ausgerüstete Accounts, die verkauft werden können?
  • Digitale Sammlerstücke: Hält er NFT, digitale Kunstwerke?
  • E-Commerce/Medien: Betreibt er Shops auf Taobao, Xianyu, WeChat, Douyin, die Einnahmen generieren?

Schritt 2: Ziel festlegen, „präzise Hinweise“ bei Gericht einreichen

Hinweise sind nur der Anfang, die Einreichung bei Gericht ist entscheidend.

  • Hinweise strukturieren: Plattformname, Account-ID, vermutete Vermögenswerte (z.B. Livestream-Einnahmen, Kautionskonten) klar angeben.
  • Offiziell einreichen: Diese Unterlagen in Schriftform bei der „Vermögenshinweisschnittstelle“ des Gerichts oder anderen offiziellen Kanälen vorlegen.
  • Vertiefte Ermittlungen (fortgeschritten): Bei Bedarf können Anwälte eine Untersuchungserlaubnis beantragen, um z.B. Kontofluss, verknüpfte Telefonnummern usw. bei den Plattformen zu ermitteln. Das ist effektiver als eigene Nachforschungen.

Schritt 3: Maßnahmen ergreifen – gezielte Vollstreckungsanträge stellen

Je nach Art des virtuellen Vermögenswerts unterscheiden sich die Vollstreckungsmethoden:

  • Kontoguthaben (z.B. Livestream-Einnahmen, Wallet-Guthaben): Antrag auf Einfrierung und Pfändung.
  • Wertvolle virtuelle Gegenstände (z.B. Spielausrüstung, nicht ausgezahlte Urheberrechte): Antrag auf Pfändung und Übergabe.
  • Marktfähige Vermögenswerte: Antrag auf Bewertung durch Fachgutachter, dann Online-Auktion, um Erlöse zur Schuldenbegleichung zu erzielen.
  • Schwierige Konten (z.B. Medien- oder Shop-Accounts): Hier reicht nicht nur die Pfändung, sondern es ist notwendig, die Echtheitsdaten zu ändern! Nur durch Übertragung des Eigentümers auf den Gläubiger oder Käufer kann die Rechteübertragung vollständig erfolgen.

Schritt 4: Plattformen einbinden – rechtliche Verpflichtungen klären

Gerichte müssen die Plattformen zur Kooperation bewegen. Hier ist proaktives Vorgehen gefragt:

  • Anfrage an Plattformen: Gerichtliche Schreiben (z.B. an Douyin, Tencent, Alibaba-Auktionsplattform) mit „Unterstützungsersuchen“ schicken, um Abfragen, Sperrungen, Übertragungen zu veranlassen.
  • Schwierigkeiten überwinden: Bei Accounts, die eine Eigentumsübertragung erfordern, ist es wichtig, die Plattform zur Änderung der „Echtheitsdaten“ und „Verknüpfung der Telefonnummer“ zu verpflichten. Nur so kann die Eigentumsübertragung wirksam erfolgen.
  • Rechtliche Grundlage: Das Urteil des Obersten Volksgerichts Nr. 267 gibt klare Regeln für solche Maßnahmen vor. Mit gerichtlichem Dokument und diesem Präzedenzfall sind Plattformen verpflichtet, bei der Eigentumsübertragung mitzuwirken, um die Vollstreckung sicherzustellen.

Fazit:

Von der Spurensuche bis zum Geldeingang ist der Weg klar: Hinweise finden → Gericht einschalten → gezielt beantragen → Plattformen kooperieren.

Jeder Schritt erfordert Strategie und Geduld, doch mit der richtigen Herangehensweise kann auch im digitalen Vermögensbereich die Durchsetzung von Forderungen gelingen.

Fazit

Das Beispiel des Obersten Volksgerichts Beijing sendet ein klares Signal: Virtuelle Vermögenswerte sind nicht nur „Code im Bildschirm“, sondern echtes Vermögen, das durch das Recht geschützt wird.

  • Für Gerichte bedeutet das, die Grenzen des traditionellen Eigentums zu durchbrechen, den Überwachungsbereich auf den digitalen Raum auszuweiten und neue Wege für Gläubiger zu schaffen.
  • Für Rechtsanwälte ist dies eine Chance zur Professionalisierung – nur wer die Regeln von Livestreams, Gaming und digitalen Sammlerstücken versteht, kann im digitalen Wirtschaftszeitalter wirklich helfen.
  • Für die Öffentlichkeit ist es eine „Beruhigung“ und eine „Warnung“: Dein digitales Vermögen ist rechtlich geschützt, und das „Verstecken im Smartphone“ wird nicht mehr funktionieren, um Schulden zu vermeiden.

Die Vollstreckung virtueller Vermögenswerte wird vom Einzelfall zur Norm – ein notwendiger Schritt im Fortschritt der Rechtsprechung. Sie erweitert die rechtlichen Möglichkeiten in der digitalen Welt und sichert den Wert jeder digitalen Arbeit.

Disclaimer: The information on this page may come from third parties and does not represent the views or opinions of Gate. The content displayed on this page is for reference only and does not constitute any financial, investment, or legal advice. Gate does not guarantee the accuracy or completeness of the information and shall not be liable for any losses arising from the use of this information. Virtual asset investments carry high risks and are subject to significant price volatility. You may lose all of your invested principal. Please fully understand the relevant risks and make prudent decisions based on your own financial situation and risk tolerance. For details, please refer to Disclaimer.

Verwandte Artikel

Das US-Finanzministerium erweitert sicherheitsrelevante Informationen auf Finanzniveau auf die Kryptoindustrie; Digitale-Asset-Unternehmen erhalten zum ersten Mal eine Behandlung auf Augenhöhe mit dem traditionellen Finanzsektor.

Das US-Finanzministerium, das Office of Cybersecurity and Critical Infrastructure Protection, hat bekannt gegeben, dass die Informationen zu Cybersecurity-Bedrohungen kostenlos auf qualifizierte Unternehmen für digitale Vermögenswerte ausgeweitet werden. Dies ist das erste Mal, dass die Kryptoindustrie in das nationale System zum Austausch von Finanz-Cybersecurity-Informationen aufgenommen wird. Das Vorhaben soll dazu beitragen, dass Unternehmen für digitale Vermögenswerte Cyberbedrohungen wirksamer begegnen können, und entspricht damit einschlägigen politischen Empfehlungen, um die Widerstandsfähigkeit und Sicherheit des Finanzsystems zu stärken.

ChainNewsAbmedia12M her

Koreanische Krypto-Regulierung wird verschärft: Für Überweisungen von persönlichen Wallets in Höhe von 10 Millionen Won ist eine Pflicht zur Meldung erforderlich

Die Finanzaufsichtsbehörde Koreas (FIU) wird strengere Regulierungen für private Wallets und ausländische Krypto-Börsen einführen. Die neue Regel verlangt, dass die Übertragung von digitalen Vermögenswerten in privaten Wallets über 10M koreanische Won gemeldet werden muss, und hebt die Mindestschwelle von 1M koreanischen Won auf. Die Branche befürchtet, dass dieses Vorgehen den Handel der koreanischen Nutzer einschränken, die Liquidität des Marktes beeinträchtigen könnte, und fordert das FIU auf, klare Kriterien für die Risikoklassifizierung zu entwickeln.

MarketWhisper36M her

Frankreich verabschiedet ein Gesetz zur Meldepflicht für selbstverwahrte Wallets, Steuerbehörden warnen vor möglichen Hackerangriffen

Die französische Nationalversammlung hat Vorschriften verabschiedet, wonach Kryptowertanlagen in Kryptowährungs-Wallets in Verwahrung, die 5.000 Euro übersteigen, verpflichtend gemeldet werden müssen; dies gilt für mehrere gängige Wallets. Die DGFIP äußerte sich dagegen und begründete dies damit, dass die Durchsetzung schwierig sei und die Zentralisierung der Daten das Risiko für Nutzer erhöhen werde. Experten zufolge könnte das Gesetz schwer umsetzbar sein, und sie rufen dazu auf, dass Nutzer die weiteren Entwicklungen genau beobachten.

MarketWhisper56M her

Das Kabinett Japans verabschiedet einen Gesetzentwurf zur Verbriefung von Kryptowertpapieren; 2027 tritt er offiziell in Kraft

Die japanische Regierung hat am 10. April eine Änderung des „Gesetzes über Wertpapiergeschäfte“ verabschiedet. Zum ersten Mal werden Krypto-Assets in die Regulierung aufgenommen, Insiderhandel wird verboten und Emittenten werden zu jährlichen Offenlegungen von Informationen verpflichtet. Die Novelle erhöht die Strafen bei Verstößen; falls das Parlament zustimmt, wird sie 2027 in Kraft treten. Ziel ist es, die Fairness auf dem Markt zu verbessern und den Anlegerschutz zu stärken.

MarketWhisper1Std her

Das japanische Kabinett genehmigt einen neuen Gesetzentwurf für Krypto-Assets und plant, diese in die Regulierung von Finanzinstrumenten aufzunehmen

Gate News Nachricht: Am 10. April hat das japanische Kabinett ein neues Gesetz zur Regulierung von Krypto-Assets genehmigt. Der Gesetzentwurf sieht vor, Krypto-Assets als Finanzinstrumente einzustufen und drei zentrale Auflagen einzuführen: Verbot von Insiderhandel, Einführung eines jährlichen Informationsoffenlegungs-Systems sowie die damit verbundenen Compliance-Pflichten. Dieses Vorgehen markiert, dass Japans regulatorischer Rahmen für Krypto-Assets weiter ausgebaut wird.

GateNews1Std her

FDIC legt neue Regeln für Stablecoins unter dem GENIUS-Gesetz fest

Die FDIC schlägt Regeln vor, die 1:1-Reserven, tägliches Monitoring und strikte Rücknahme-Fristen für Stablecoin-Emittenten erfordern. Der Rahmen stellt Kapital-, Liquiditäts-, AML- und Cybersicherheitsstandards für Banken bereit, die Zahlung-Stablecoins ausgeben. Der Vorschlag stellt klar, dass die Reserven keinen direkten Einlagen-/Einzahlungsversicherungsschutz haben,

CryptoFrontNews1Std her
Kommentieren
0/400
Keine Kommentare