Haseeb Qureshi sagt, dass Krypto für KI gebaut wurde, nicht für Menschen

ICOHOIDER

Haseeb Qureshi, Managing Partner bei Dragonfly, argumentiert, dass die anhaltenden Reibungspunkte bei Kryptowährungen nicht auf schlechte Technik zurückzuführen sind, sondern auf eine tiefere Diskrepanz zwischen Blockchain-Architektur und menschlichem Verhalten. In einem ausführlichen Beitrag auf X schlug er vor, dass viele der wahrgenommenen Schwachstellen von Krypto auf die einfache Tatsache zurückzuführen sind, dass Menschen nie die idealen primären Nutzer des Systems waren.

Laut Qureshi stellte sich die frühe Vision von Krypto eine Welt vor, in der Smart Contracts rechtliche Vereinbarungen und Gerichte ersetzen, wobei Eigentumsrechte direkt on-chain durchgesetzt werden. Doch diese Transformation ist nie eingetreten. Selbst krypto-native Investmentfirmen verlassen sich bei Abschluss von Geschäften weiterhin auf traditionelle rechtliche Rahmenwerke. Dragonfly beispielsweise unterzeichnet konventionelle Rechtsverträge neben On-Chain-Vesting-Vereinbarungen, was eine anhaltende Abhängigkeit von etablierten Rechtssystemen widerspiegelt.

Eine Strukturelle Diskrepanz Zwischen Menschen und Code

Qureshi ist der Ansicht, dass das Problem eher sozial als technisch ist. Blockchain-Systeme funktionieren deterministisch und setzen Regeln exakt um, wie sie geschrieben sind. Menschen hingegen sind inkonsistent, emotional und neigen zu Fehlern. Traditionelle Banksysteme haben sich über Jahrhunderte entwickelt, um menschliche Fehler, Betrug und Missbrauch zu berücksichtigen. Krypto hingegen wurde um starre Ausführung und automatisierte Durchsetzung herum konzipiert.

Merkmale wie lange kryptografische Adressen, blinde Transaktionssignaturen, unveränderliche Überweisungen und automatisierte Vertragsausführung erfordern ständige Wachsamkeit. Nutzer sollen Domains verifizieren, Vertragslogik prüfen und gefälschte Adressen vermeiden, wann immer sie mit dem System interagieren. In der Realität stimmt das menschliche Verhalten nicht mit diesen Erwartungen überein. Fehler passieren, und in Krypto sind Fehler oft unumkehrbar.

Dieses Missverhältnis, so Qureshi, erklärt, warum Krypto auch im Jahr 2026 für viele Nutzer noch einschüchternd wirkt. Was wie eine fehlerhafte Gestaltung erscheint, könnte vielmehr ein Beweis dafür sein, dass das System nie für menschliche Intuition optimiert wurde.

KI-Agenten als Natürliche Nutzer von Krypto

Qureshi schlägt vor, dass künstliche Intelligenz-Agenten besser für das deterministische Framework von Krypto geeignet sein könnten. Im Gegensatz zu Menschen erleben KI-Systeme keine Ermüdung und überspringen keine Verifizierungsschritte. Sie können Smart Contract-Logik analysieren, Randfälle simulieren und Transaktionen ohne Zögern ausführen. In diesem Sinne könnte die starre, regelbasierte Struktur von Krypto perfekt mit der Logik von Maschinen übereinstimmen.

Er stellt sich eine Zukunft vor, die um „selbstfahrende Wallets“ aufgebaut ist, bei denen KI-Agenten Finanzaktivitäten im Auftrag der Nutzer verwalten. In einem solchen Modell könnten autonome Systeme direkt miteinander auf immer-aktiven, permissionless Blockchain-Netzwerken Transaktionen durchführen. Anstatt mit Komplexität zu kämpfen, würden KI-Agenten die strengen Ausführungsregeln von Krypto als eine klar definierte Spezifikation behandeln.

AiFi und die Nächste Phase der Adoption

Die Idee, dass Krypto besser für Maschinen als für Menschen geeignet ist, gewinnt bei Branchenvertretern an Zustimmung. Ryan Adams, Gründer von Bankless, argumentierte kürzlich, dass das, was oft als schlechte Nutzererfahrung für Menschen bezeichnet wird, tatsächlich die optimale UX für KI-Agenten sein könnte. Er prognostiziert, dass Milliarden — und schließlich Billionen — KI-gesteuerte Wallets entstehen könnten, die die Krypto-Märkte auf über 10 Billionen Dollar Wert treiben. Dieses Narrativ, das manchmal als „AiFi“ bezeichnet wird, zieht Parallelen zu den frühen Tagen der dezentralen Finanzen vor ihrer raschen Expansion.

Ähnlich hat Changpeng Zhao erklärt, dass Krypto wahrscheinlich zur nativen Währungsschicht für KI-Agenten werden wird, was die Idee untermauert, dass maschinen-zu-maschinen-Ökonomien auf Blockchain-Infrastruktur angewiesen sein könnten.

Strukturelle Grenzen Bleiben

Trotz der Stärke der maschinen-nativen These bestehen weiterhin bedeutende Einschränkungen. Die Haftung für KI-gesteuerte Finanztransaktionen liegt letztlich bei Menschen oder Institutionen, wodurch traditionelle Rechtssysteme relevant bleiben. Deterministische Smart Contracts können Unsicherheiten verringern, aber sie eliminieren keine Exploits, Governance-Fehler oder systemische Risiken.

Zudem könnte Krypto, wenn KI zur dominanten Schnittstellenebene wird, zunehmend als Backend-Infrastruktur fungieren, anstatt als paralleles Finanzsystem, das im Alltag sichtbar ist. In diesem Szenario könnte Blockchain-Technologie grundlegend werden — aber weniger direkt von Menschen genutzt werden.

Ob Krypto sich zum Betriebssystem für autonome Agenten entwickelt oder eine Nischen-Finanzschicht bleibt, hängt davon ab, wie die Integration von KI verläuft. Für den Moment stellt Qureshis Argument die Debatte neu: Vielleicht ist die Reibung bei Krypto kein Fehler, sondern ein Signal dafür, dass die wahren Nutzer des Systems noch nicht vollständig angekommen sind.

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