Danske Bank beendet achtjährige Sperre und öffnet den Einzelhandelskunden den Handel mit Bitcoin- und Ethereum-ETPs, was auf eine Kehrtwende der europäischen Bankenhaltung hinweist.
Mit der Umsetzung der EU-Kryptowährungsregulierung (MiCA) und der steigenden Marktnachfrage vollzieht sich bei den nordischen Traditionsfinanzriesen eine deutliche Veränderung. Die größte dänische Bank, Danske Bank, kündigte am gestrigen Tag (11.02.) an, ihren Privatkunden den Handel mit Bitcoin ($BTC) und Ethereum ($ETH) in Form von börsengehandelten Produkten (ETPs) zu ermöglichen.
Diese Entscheidung symbolisiert das Ende einer achtjährigen strengen Beschränkungspolitik gegenüber Kryptowährungen durch die Bank, die es den Kunden ermöglicht, direkt über ihr Online-Banking und Mobile-Banking-Plattformen in von bekannten Emittenten wie BlackRock und WisdomTree angebotene Kryptowährungs-Derivate zu investieren.
Bildquelle: Danske Bank Danske Bank öffnet ihren Privatkunden offiziell den Handel mit Bitcoin- ($BTC) und Ethereum-ETPs
Danske Bank, mit über fünf Millionen Kunden eine der einflussreichsten Retail-Banken in Nordeuropa, hatte bereits 2018 eine Erklärung abgegeben, in der sie eine negative Haltung gegenüber Kryptowährungen einnahm und den Handel auf ihrer Plattform untersagte, mit Begründung von mangelnder Transparenz, regulatorischer Unsicherheit und potenziellen Finanzkriminalitätsrisiken. Auch bei der Aktualisierung ihrer Richtlinien im Jahr 2021 blieb die Haltung konservativ: Zwar erklärte die Bank, keine Transaktionen von anderen Krypto-Plattformen zu blockieren, doch direkte Krypto-Dienstleistungen wurden weiterhin abgelehnt.
Die nun freigegebenen Produkte umfassen drei sorgfältig ausgewählte ETPs, von denen zwei Bitcoin- und eines Ethereum-Tracking sind. Über diese Produkte können Investoren an der Kursentwicklung der Kryptowährungen partizipieren, ohne private Schlüssel zu besitzen oder digitale Wallets verwalten zu müssen, was die Sicherheitsbedenken traditioneller Anleger hinsichtlich der Verwahrung von Vermögenswerten adressiert.
Die Bank betont, dass dieser Service ausschließlich für „Selbstbestimmte Investoren“ (Self-directed investors) gedacht ist, also Kunden, die auf der Plattform handeln, aber keine Anlageberatung der Bank erhalten.
Der Hauptgrund für die Richtungsänderung liegt im wachsenden Kundeninteresse und verbesserten regulatorischen Rahmenbedingungen. Kerstin Lysholm, Leiterin der Investmentprodukte bei Danske Bank, erklärte, dass Kryptowährungen zunehmend zu einer gängigen Asset-Klasse werden und die Bank immer mehr Anfragen von Kunden erhält, diese in ihre Portfolios aufzunehmen. Sie hob hervor, dass die EU mit dem „Markets in Crypto-Assets Regulation“ (MiCA) das regulatorische Umfeld verbessert habe, was das Vertrauen der Bank in diese Asset-Kategorie stärkt. Sie sieht nun einen geeigneten Zeitpunkt, um diese Produkte auch Kunden mit hoher Risikobereitschaft anzubieten.
Trotz der Öffnung der Handelspipeline bleibt die Bank vorsichtig im Risikomanagement. Lysholm betonte ausdrücklich, dass die Bereitstellung von ETP-Handelsmöglichkeiten keine Empfehlung der Bank für diese Asset-Klasse darstelle. Intern betrachtet die Bank Kryptowährungen weiterhin als „risikoreiche Spekulation“ (Opportunistic investments) und nicht als Kernbestandteil eines langfristigen Portfolios, wobei vor hohen Verlusten gewarnt wird. Um die Risikobewusstheit der Kunden zu gewährleisten, ist vor der Transaktion eine „Angemessenheitsprüfung“ (Appropriateness test) vorgeschrieben, um sicherzustellen, dass die Kunden über ausreichende Erfahrung und Kenntnisse im Umgang mit Kryptowährungs-ETPs verfügen.
Neben der Öffnung für Privatkunden ist Danske Bank auch in der eigenen Investmentstrategie bereits im Kryptowährungsbereich aktiv. Laut Offenlegungen hält die Bank etwa 132.746 Aktien der Strategiegesellschaft MicroStrategy im Portfolio, mit einem Wert von rund 17,6 Millionen US-Dollar, was indirekt eine große Bitcoin-Exposure bedeutet. Dies zeigt, dass selbst konservative Finanzinstitute die Rolle von Kryptowährungen in modernen Portfolios nicht ignorieren können.
Auf der anderen Seite stehen dänische Steuerbehörden vor potenziellen Herausforderungen. Der dänische Steuerausschuss schlug 2024 vor, die Besteuerung von Kryptowährungen zu reformieren, und kündigte die Einführung einer „Bestandssteuer“ (Inventory taxation) an, bei der unrealisierten Gewinne im Portfolio mit bis zu 42 % jährlich besteuert werden sollen. Obwohl dieser Vorschlag ursprünglich ab 2026 in Kraft treten sollte, ist er bislang noch nicht gesetzlich verabschiedet. Das Finanzministerium bestätigte, dass die Diskussion noch nicht abgeschlossen ist. Experten vermuten, dass eine Verabschiedung dieses Gesetzes Investoren dazu zwingen könnte, Vermögenswerte zu verkaufen, um Steuerzahlungen auf Buchgewinne zu leisten, was zu Kapitalabflüssen führen könnte.
Die Initiative von Danske Bank spiegelt einen breiteren Trend in der europäischen Bankenbranche wider. Neben Danske Bank bieten auch die spanische zweitgrößte Bank BBVA in der Schweiz und Spanien Bitcoin- und Ethereum-Handel sowie Verwahrungsdienste an; die Deutsche Bank plant ebenfalls in Zusammenarbeit mit Bitpanda und Taurus, ab 2026 Krypto-Verwahrungsdienste anzubieten. Mit zunehmender Präsenz traditioneller Finanzinstitute im Krypto-Bereich beschleunigt sich die Integration von Kryptowährungen in das klassische Finanzsystem.
Weiterführende Literatur
Institutionen empfehlen! Spanische Bank rät vermögenden Kunden: 3 %–7 % des Kapitals in Bitcoin investieren
Zwei große deutsche Banken starten! Ab 2026 digitale Vermögenswerte verwahren und handeln, um den Krypto-Markt zu erobern
Die zweitgrößte deutsche Bank DZ Bank erhält Aufsichtsgenehmigung! Kunden können Kryptowährungen in der Bank-App handeln
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