Der Gründer des weltweit größten Absicherungsfonds, Bridgewater Associates, Ray Dalio, warnt, dass die Welt sich am Rande eines Kapitalkriegs befindet. Geopolitische Spannungen und die Volatilität der Kapitalmärkte nehmen zu, Gold bleibt die erste Wahl der Investoren als Absicherungsanlage.
(Vorheriger Kontext: Bridgewater Dalio: Es ist noch zu früh, AI-Aktien zu verkaufen! Denn der „Nadelstich zur Blasenzerstörung“ ist noch nicht gekommen)
(Hintergrund: Gespräch mit Bridgewater-Gründer Dalio: 10 Finanzregeln für Chinesen von Asset Allocation bis Vermögensübertragung)
Inhaltsverzeichnis
Der legendäre Investor und Gründer des weltweit größten Absicherungsfonds, Ray Dalio, warnte auf dem Weltregierungs-Gipfel in Dubai, dass die Welt am Rande eines Kapitalkriegs stehe. Investoren sollten die geopolitischen Spannungen und die potenziellen Risiken der Kapitalmärkte im Blick behalten und gleichzeitig die Bedeutung von Gold als Kapitalabsicherungsinstrument in Betracht ziehen.
Dalio erklärt, dass ein Kapitalkrieg bedeutet, dass Staaten oder Organisationen Kapital als Waffe einsetzen, beispielsweise durch Handelsblockaden, Beschränkungen beim Kapitalzugang oder durch Druck mittels Schuldenbesitz. Er betont, dass die Welt „sehr nahe“ sei, den kritischen Punkt eines Kapitalkriegs zu erreichen, da alle Seiten gegenseitige Ängste haben. Ein Kontrollverlust könnte leicht zu einem umfassenden Kapitalkrieg führen.
Er erwähnt insbesondere den jüngsten Versuch der USA, Grönland unter Kontrolle zu bringen, was Spannungen zwischen den USA und Europa ausgelöst hat. Gleichzeitig warnt er, dass Investoren in Europa, die US-Dollar-Assets halten, vor möglichen Sanktionen stehen, während die USA befürchten könnten, keinen Zugang zu europäischen Kapital und Käufen zu haben – eine „gegenseitige Angst“-Situation.
Dalio verweist auf die Geschichte, wonach Kapitalkriege oft während bedeutender internationaler Konflikte auftreten, etwa vor dem Zweiten Weltkrieg, als die USA Sanktionen gegen Japan verhängten, um die angespannte Beziehung zu steuern. Er meint, dass heute zwischen China und den USA ähnliche Situationen entstehen könnten, und sogar die Kapitalabhängigkeit zwischen Europa und den USA zu einem potenziellen Risiko werden könnte.
Er weist darauf hin, dass Kapitalkriege in der Vergangenheit häufig mit Devisenkontrollen und Kapitalverkehrskontrollen einhergingen. Institutionen wie Sovereign Wealth Funds und Zentralbanken haben bereits Vorbereitungen getroffen, um auf mögliche Maßnahmen gegen Kapitalverkehrskontrollen reagieren zu können.
Angesichts geopolitischer Risiken und der Volatilität der Kapitalmärkte empfiehlt Dalio Investoren, Gold in ihre Asset Allocation aufzunehmen. Er erklärt, dass Gold eine gute Diversifikation für das Portfolio darstellt, in Marktphasen der Schwäche besonders gut performt und in Boomphasen relativ stabil bleibt. Dalio sagt offen:
„Gold ist seit letztem Jahr um etwa 65 % gestiegen, hat vom Hochpunkt etwa 16 % verloren. Investoren sollten nicht nur auf kurzfristige Schwankungen schauen, sondern darüber nachdenken, wie viel Gold sie in ihrem Portfolio zur Risikostreuung einsetzen.“
Er betont, dass es vor allem darauf ankommt, ein breit diversifiziertes Portfolio aufzubauen, um auf globale Unsicherheiten und potenzielle Kapitalkriegsrisiken vorbereitet zu sein.