
Fundstrat Gründer Tom Lee bekräftigte seine optimistische Haltung bei CNBC und erklärte, dass Bitcoin noch kein Top erreicht habe und im Januar ein neues Hoch schaffen könnte. Lee beschreibt das Jahr 2026 als ein „Doppelturbo“-Jahr: Im ersten Halbjahr größere Schwankungen, im zweiten Halbjahr eine starke Erholung. Neben digitalen Vermögenswerten prognostiziert er, dass der S&P 500 bis Ende 2026 auf etwa 7.700 Punkte steigen könnte, basierend auf starken Unternehmensgewinnen und KI-getriebener Produktivitätssteigerung.

(Quelle: Trading View)
Lees Kommentar wurde veröffentlicht, nachdem der Bitcoin-Preis Ende 2025 deutlich zurückging. Laut CoinDesk fiel Bitcoin nach einem Rekord von über 126.000 USD im Oktober auf etwa 88.500 USD zum 31. Dezember, was einem Rückgang von ca. 30 % entspricht. Lee sieht im Januar einen möglichen Wendepunkt und beschreibt diese Korrektur als Teil eines längeren Konsolidierungsprozesses nach mehreren Jahren erheblicher Kursanstiege.
Diese optimistische Erwartung basiert auf historischen Zyklusmustern. In den letzten drei Bullenmärkten hat Bitcoin nach Erreichen früherer Höchststände Korrekturen von 20 % bis 40 % erlebt, um anschließend neue Höchststände zu erreichen. Im September 2017 korrigierte Bitcoin von 5.000 USD auf 3.000 USD, zwei Monate später stieg es auf 20.000 USD; im Mai 2021 wurde es von 64.000 USD auf 30.000 USD zurückgesetzt, im November erreichte es ein Allzeithoch von 69.000 USD. Die aktuelle Korrektur und der zeitliche Ablauf passen sehr gut zu diesen historischen Mustern.
Lee beschreibt 2026 als ein „Doppelturbo“-Jahr für den Kryptowährungsmarkt, wobei im ersten Halbjahr größere Volatilität erwartet wird, hauptsächlich durch Rebalancing institutioneller Portfolios und Anpassungen bei Risikoanlagen. Dieser Prozess ist jedoch kein Zeichen struktureller Schwäche; Lee glaubt, dass solche turbulenten Phasen in der Vergangenheit oft die Grundlage für stärkere Aufwärtsbewegungen im späteren Zyklus gelegt haben, mit einer stärkeren Erholung im zweiten Halbjahr.
Dieses „Doppelturbo“-Konzept spiegelt das Verhalten institutioneller Investoren wider. Zu Beginn des Jahres ist typischerweise die Phase, in der Institutionen ihre Allokationen neu bewerten und Positionen anpassen, was kurzfristige Schwankungen auslösen kann. Nach Abschluss dieser Anpassungen sorgen langfristige Haltepositionen für eine stabile Nachfrage. Zudem ziehen Bitcoin-ETFs weiterhin neue Gelder an, was im zweiten Halbjahr zu einem Angebotsengpass und einer steigenden Nachfrage führen könnte, was die Preise nach oben treibt.
Neben digitalen Vermögenswerten ist Lee auch bei Aktien optimistisch. Er prognostiziert, dass der S&P 500 bis Ende 2026 auf etwa 7.700 Punkte steigen könnte, was einem Anstieg von rund 26 % gegenüber dem aktuellen Niveau von ca. 6.100 Punkten entspricht. Diese Prognose basiert auf zwei Säulen: starken Unternehmensgewinnen und KI-getriebener Produktivitätssteigerung.
Unternehmensgewinne auf Rekordniveau: Die Nettogewinnmarge US-amerikanischer Unternehmen erreichte 2025 ein Allzeithoch, mit anhaltendem Free Cash Flow bei Technologiegiganten wie Microsoft, Apple und Google. Diese Gewinnsteigerung ist kein zyklisches Phänomen, sondern eine strukturelle Verbesserung, resultierend aus digitaler Transformation und langfristigen Kosteneinsparungen.
KI-Produktivitätsgewinne: Unternehmensanwendungen von KI-Tools wie OpenAI und Anthropic steigern die Arbeitsproduktivität erheblich. Von automatisiertem Kundenservice bis hin zu Code-Generierung senken KI die Betriebskosten und erhöhen gleichzeitig die Output-Rate. Diese Produktivitätssteigerung wird sich in den kommenden Jahren fortsetzen und das Gewinnwachstum der Unternehmen stützen.
Erwartete Wende bei der Fed-Politik: Obwohl im Januar keine Änderungen erwartet werden, rechnen die Märkte mit 2 bis 3 Zinssenkungen im zweiten Halbjahr. Niedrigere Zinsen werden die Finanzierungskosten für Unternehmen senken und die Bewertungen erhöhen – ein klassischer Katalysator für steigende Aktienkurse.
Lees Ziel von 7.700 Punkten bedeutet, dass das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des S&P 500 bei etwa 22 bis 23 liegen würde, was in der Geschichte nicht ungewöhnlich ist. Im Hoch des Bullenmarktes 2021 erreichte das KGV über 25. Wenn die Gewinne weiterhin steigen, ist die aktuelle Bewertung nicht im Blasengebiet. Lee betont, dass kurzfristige Rücksetzer als Chancen und nicht als Warnzeichen gesehen werden sollten, was mit seiner Einschätzung zu Bitcoin übereinstimmt.
Lee ist besonders optimistisch bezüglich Ethereum und hält dessen Wert für stark unterschätzt. Er sieht eine mehrjährige Expansionsphase, ähnlich dem Zyklus von Bitcoin 2017–2021. Obwohl Ethereum bisher die Erwartungen nicht erfüllt hat, untermauert Lee seine Ansicht durch konkrete Maßnahmen. Sein auf Kryptowährungen fokussiertes Unternehmen Bitmine Immersion Technologies erhöht kontinuierlich seine ETH-Bestände und sieht dies als strategische Kapitalallokation, nicht als Spekulation.
Die Unterschätzung von Ethereum basiert auf mehreren Faktoren. Erstens die technologische Upgrade-Phase: Danksharding und Layer-2-Skalierungslösungen senken die Transaktionskosten erheblich und erhöhen die Netzwerkdurchsatz. Zweitens die beschleunigte Akzeptanz durch Institutionen: BlackRocks tokenisierte Fonds und Morgan Stanleys Onyx-Plattform setzen auf Ethereum als Infrastruktur. Drittens die relative Bewertung: Im Vergleich zu Bitcoin ist der ETH-Kurs auf einem Mehrjahres-Tief, und bei Rückkehr zum historischen Durchschnitt besteht ein Aufwärtspotenzial von über 50 %.
Lee sieht Ethereum als Beginn eines „Superzyklus“, was auf eine anhaltende Wachstumsphase in den kommenden Jahren hindeutet, nicht nur auf eine kurzfristige Explosion. Diese Sichtweise erfordert eine langfristige Perspektive, um sich nicht von kurzfristigen Schwankungen beeinflussen zu lassen. Für risikobereite Investoren könnte die aktuelle Phase ein strategischer Zeitpunkt sein, Ethereum zu positionieren, da der Markt noch keine breite Zustimmung hat und die Bewertung relativ fair erscheint.
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