Ein mit mehreren bekannten DeFi-Hackangriffen in Verbindung stehendes Ethereum-Wallet ist nach etwa 12 Monaten Stille plötzlich wieder aktiv geworden, was auf dem Markt große Aufmerksamkeit erregt hat. On-Chain-Daten zeigen, dass dieses Wallet kürzlich eine Vielzahl von führenden Kryptowährungen im Wert von über 2 Millionen US-Dollar in großem Umfang verkauft hat, was erneut die langfristigen Risiken von Krypto-Diebstählen unterstreicht.
Laut der On-Chain-Analysefirma Lookonchain vom 30. Dezember hat diese Ethereum-Adresse in einer einzelnen Transaktion große Mengen an Token wie UNI, LINK, CRV und YFI verkauft. Darunter etwa 226.961 UNI im Wert von ca. 1,36 Millionen US-Dollar; 33.215 LINK im Wert von knapp 410.000 US-Dollar; 845.806 CRV im Wert von ca. 328.000 US-Dollar; sowie mehr als 5 YFI im Wert von etwa 17.500 US-Dollar. Gleichzeitig hat das Wallet auch andere Token-Bestände vollständig verkauft oder reduziert.
On-Chain-Tracking zeigt, dass dieses Wallet eng mit dem Hack von Indexed Finance im Jahr 2021 sowie dem KyberSwap-Hack im Jahr 2023 verbunden ist. Indexed Finance wurde damals durch Flash-Loans und Preismanipulationen angegriffen, wobei ein Verlust von etwa 16,5 Millionen US-Dollar entstand. Die Angreifer behaupteten damals, ihre Aktionen entsprächen den Regeln der Smart Contracts, was zu weitreichenden Diskussionen über das Design von DeFi-Mechanismen führte.
Im November 2023 wurde das Elastic-Liquiditätspool von KyberSwap auf mehreren Blockchains mehrfach durch eine Sicherheitslücke ausgenutzt, wodurch fast 49 Millionen US-Dollar verloren gingen. Nach dem Angriff versuchten die Hacker sogar, durch die Rückgabe eines Teils der Assets das Protokollteam zu erpressen, was den Markt weiter erschütterte.
Im Februar 2025 veröffentlichten US-Behörden Anklageschriften, in denen der 22-jährige kanadische Verdächtige Medjedovic für die beiden oben genannten Angriffe verantwortlich gemacht wird. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, Kryptowährungen mit Hilfe von Mixern und Cross-Chain-Brücken gewaschen zu haben und nach den Angriffen Druck auf das KyberSwap-Team ausgeübt zu haben. Der Verdächtige befindet sich derzeit noch auf der Flucht.
Die Wiederaktivität dieses Wallets spiegelt erneut die ernste Lage der Risiken bei Krypto-Diebstählen im Jahr 2025 wider. Laut Daten von Chainalysis wird der durch Diebstahl verursachte Verlust bei Kryptowährungen im Jahr 2025 auf zwischen 2,7 und 3,4 Milliarden US-Dollar geschätzt. Mehr als 60 % dieser Verluste stehen im Zusammenhang mit zentralisierten Plattformen, und viele Vorfälle werden mit nordkoreanischen Krypto-Hack-Organisationen in Verbindung gebracht. Obwohl die durchschnittlichen Verluste pro Wallet leicht gesunken sind, bleibt die Gesamtsicherheitslage weiterhin besorgniserregend.
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