Wenn US-Wirtschaftsdaten einen Krypto-Preisschock auslösen: Was Anfang 2025 passiert ist

Märkte reagieren oft scharf, wenn die wirtschaftliche Realität mit den Erwartungen der Investoren kollidiert, und Anfang 2025 bot genau einen solchen Moment für digitale Vermögenswerte. Eine Reihe stärker als erwarteter US-Wirtschaftsdaten führte zu einem steilen Rückgang der Kryptowährungspreise, vernichtete Wochengewinne und zwang Händler dazu, steigende Zinsserwartungen im breiteren makroökonomischen Umfeld zu konfrontieren. Das Verständnis, wie traditionelle Wirtschaftsdaten in die Krypto-Märkte fließen, zeigt die zunehmend vernetzte Natur dieser Anlageklassen.

Wirtschaftsdaten liefern unerwarteten Schock für die Preisdynamik bei Krypto

Anfang Januar 2025 überraschten zwei Wirtschaftsveröffentlichungen die Märkte fast sofort und veränderten die Anlegerstimmung. Das Bureau of Labor Statistics berichtete, dass die offenen Stellen (JOLTS-Daten) im November auf 8,1 Millionen gestiegen waren, deutlich über den Erwartungen der Analysten von einem Rückgang auf 7,7 Millionen. Gleichzeitig wurde der ISM Services Purchasing Managers Index für Dezember veröffentlicht und lag bei 54,1, deutlich über den erwarteten 53,3 und deutlich höher als die 52,1 im November. Der Subindex „Prices Paid“, ein Maß für Inflationsdruck, erreichte 64,4 – deutlich über den Erwartungen (57,5) und dem Vormonat (58,2).

Diese Daten, die für Gelegenheitssurfer vielleicht routinemäßig erscheinen, lösten eine Reaktion auf den festverzinslichen Märkten aus. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen stieg um fünf Basispunkte auf 4,68 %, näher an Mehrjahreshochs, was signalisierte, dass Investoren ihre Annahmen über die zukünftige Geldpolitik der Federal Reserve neu bewerteten. Der Nasdaq fiel um mehr als 1 %, während der S&P 500 um 0,4 % sank, wobei Aktien insgesamt die Folgen einer hartnäckigeren Inflation und einer stärkeren Arbeitsnachfrage aufnahmen.

Bitcoin und wichtige Altcoins erleben scharfe Korrektur bei Krypto-Preisen

Der Kryptowährungsmarkt trug die Hauptlast dieser Stimmungsverschiebung. Bitcoin, das während der europäischen Nachmittagsstunden knapp unter 101.000 USD gehandelt wurde, fiel nach der Datenveröffentlichung auf 97.800 USD – ein Rückgang von über 4 % innerhalb der nächsten 24 Stunden. Die Schwäche bei den Krypto-Preisen breitete sich im gesamten Ökosystem aus, wobei Ethereum (ETH) und Solana (SOL) jeweils zwischen 6 % und 7 % verloren. Noch stärkere Rückgänge trafen Avalanche (AVAX) und Chainlink (LINK), die jeweils um 8 % bis 9 % einbrachen.

Die plötzliche Wertminderung führte zu erheblichen Liquidationen. Fast 300 Millionen USD an Long-Positionen in Derivatemärkten wurden zwangsweise geschlossen, da gehebelte Trader Margin Calls erhielten – laut CoinGlass-Daten die erste größere Entleverage-Aktion des Jahres. Dieser mechanische Verkaufsdruck verstärkte die ursprüngliche Bewegung und löste eine Kettenreaktion aus, bei der Stop-Loss-Orders bei wichtigen technischen Niveaus ausgelöst wurden.

Erwartungen an Zinssenkungen zerfallen, Neugestaltung des Krypto-Markt-Ausblicks

Vielleicht noch bedeutender als die unmittelbare Kursbewegung war die Veränderung der Erwartungen an die Geldpolitik. Vor den wirtschaftlichen Überraschungen hatten Marktteilnehmer bereits die Hoffnungen auf eine Zinssenkung der Fed im Januar aufgegeben. Doch diese Berichte ließen die Erwartungen für die Sitzung im März deutlich schrumpfen, wobei das CME FedWatch-Tool nur noch eine Wahrscheinlichkeit von 37 % für eine Lockerung zeigte – gegenüber fast 50 % eine Woche zuvor. Auch die Chancen auf eine Zinssenkung im Mai sanken deutlich unter 50 %.

Für das gesamte Jahr 2025 schätzten Analysten der Ballinger Group, dass die Marktteilnehmer nur mit etwa einer 25-Basispunkte-Zinssenkung im gesamten Zeitraum rechneten. Diese deutliche Abwärtsrevision hatte tiefgreifende Auswirkungen auf die Bewertungen von Kryptowährungen. Digitale Vermögenswerte profitierten zuvor erheblich von den Erwartungen an eine geldpolitische Lockerung, und die Umkehr dieser Erwartungen entfernte einen wichtigen Rückenwind für die Krypto-Preise.

Technische Marktlage und zukunftsgerichtete Stimmung

Der breitere Kontext dieses Kursrückgangs bei Krypto umfasste nicht nur makroökonomische Fundamentaldaten, sondern auch technische Positionierungen. Jahre lang angesammelte Long-Leverage und dünne Liquiditätsbedingungen bedeuteten, dass jeder Abwärtsschub schnell in eine stärkere Abverkaufswelle umschlagen konnte. Händler bei LMAX Group warnten, dass die Erholung nach dem ersten Ausverkauf zwar Widerstandsfähigkeit zeigte, ihre Nachhaltigkeit jedoch fraglich bleibe, solange keine klaren fundamentalen Unterstützungen vorhanden seien.

Beobachter stellten fest, dass einige Marktteilnehmer von Spot-Akkumulationen in spekulativere Positionierungen wechselten – indem sie den Aufwärtstrend bei Altcoins und gehebelten Optionsspielen verfolgten, so FalconX. Dies deutete darauf hin, dass trotz der Kursschwankungen die Risikobereitschaft nicht vollständig erloschen war, allerdings sich die Nachfrage deutlich in Richtung taktischer, kurzfristiger Positionen verschoben hatte, anstatt auf Überzeugung basierende Akkumulation.

Wichtige technische Widerstandsniveaus bei 72.000 USD und 78.000 USD für Bitcoin wären entscheidende Benchmarks, um zu bestimmen, ob der Rückgang eine vorübergehende Korrektur oder den Beginn eines stärkeren Abwärtstrends darstellt. Ein nachhaltiger Durchbruch über diese Niveaus würde auf eine erneute Stärke hindeuten; ein Scheitern würde auf anhaltenden Druck auf die Krypto-Preise schließen lassen.

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