
Die Ethereum-Tresor-Firma Bitmine Immersion Technologies hat am Donnerstag offiziell die Umstellung auf die Notierung von der US-amerikanischen Börse NASDAQ (NYSE) (US-amerikanische Börse) auf die New York Stock Exchange (NYSE) abgeschlossen. Die Aktie wird ab dem Tag der Eröffnung an der NYSE offiziell gehandelt, wobei das Börsenkürzel unverändert bei „BMNR“ bleibt. Am selben Tag hat der Vorstand von Bitmine einstimmig beschlossen, den Aktienrückkaufplan auf 4 Milliarden US-Dollar auszuweiten.
NYSE American ist eine Handelsplattform innerhalb der NYSE, die speziell für kleinere wachstumsorientierte Unternehmen entwickelt wurde, während der NYSE-Hauptmarkt zu den größten und renommiertesten Börsen im globalen Kapitalmarkt gehört. Dass Bitmine den Upgrade abgeschlossen hat, bedeutet, dass das Unternehmen in finanzieller Lage, Unternehmensführung und der Struktur der Aktionärseigentümer bereits die strengen Zulassungsvoraussetzungen des NYSE-Hauptmarkts erfüllt hat und zugleich Zugang zu einem größeren Pool institutioneller Anlegergelder erhält.
Der Chief Development Officer der NYSE-Gruppe, Chris Taylor, sagte in einer Erklärung: „Wir freuen uns sehr, Bitmine an der NYSE begrüßen zu dürfen. Bitmine konzentriert sich auf die Weiterentwicklung des Ethereum-Ökosystems, und sein Beitritt wird der NYSE-Community starken Rückenwind geben.“
Der Prüfungs- und Zulassungsprozess für eine Notierung an der NYSE dauert üblicherweise vier bis acht Wochen. Das antragstellende Unternehmen muss die folgenden Kriterien erfüllen:
Anzahl der Aktionäre: mehr als 400 Aktionäre
Öffentlich gehandelter Aktienbestand: mindestens 1,1 Millionen Aktien
Unabhängigkeit der Direktoren: Die Mehrheit der Vorstandsmitglieder muss unabhängige Direktoren sein und darf keine wesentlichen wirtschaftlichen Interessen am Unternehmen halten
Ausschussstruktur: Es müssen ein Audit Committee, ein Compensation Committee und ein Governance Committee eingerichtet werden
Regulatorische Einreichung: Es muss bei der US-Börsenaufsicht (SEC) eine formelle Registrierungserklärung eingereicht werden
Bitmine-Vorsitzender Tom Lee erklärte, die Ausweitung des Rückkaufvolumens zeige das Bekenntnis des Unternehmens zu seinen Aktionären. Außerdem führte er aus, falls der Bitmine-Kurs an einem zukünftigen Zeitpunkt unter seinen inneren Wert fällt, werde das Unternehmen den Rückkauf auf eine aktionärsfreundliche Weise durchführen.
Aus Marktdaten betrachtet ereignete sich diese Ankündigung in einem Zeitfenster nach einer deutlichen Kurskorrektur. Laut Google-Finance-Daten lag der Kurs von BMNR am Donnerstag bei 21,08 US-Dollar; im Verlauf von sechs Monaten beträgt der Rückgang über 64%. Dass sich die ausgeweitete Rückkaufgröße mit dem Zeitpunkt schwacher Kursentwicklung überschneidet, stimmt zeitlich mit der von Tom Lee beschriebenen Logik der Kapitalallokation überein, „wenn unter dem inneren Wert zurückgekauft wird“.
Analysten hatten zuvor gegenüber Cointelegraph darauf hingewiesen, dass einige Finanzunternehmen Aktienrückkäufe als eines der Mittel nutzen, um den Kurs zu stützen und das Marktvertrauen zu stärken. Da Bitmine diesmal die Obergrenze für den Rückkauf auf das Vierfache ausweitet, also auf 4 Milliarden US-Dollar, wird die Interpretation der Signalbedeutung durch den Markt ein wichtiger Beobachtungspunkt für die künftige Kursentwicklung sein.
Bitmine Immersion Technologies (BMNR) ist ein Ethereum-Tresorunternehmen. Die Kernstrategie besteht darin, kontinuierlich ETH als unternehmensbezogenes Reserve-Asset anzuhäufen und zugleich proaktiv Geschäftsaktivitäten im Zusammenhang mit dem Ethereum-Ökosystem aufzubauen. Das Geschäftsmodell ähnelt der Strategie von MicroStrategy, bei der Bitcoin als zentrales Reserve-Asset dient.
Die Einstiegsvoraussetzungen für einen Eintrag an NYSE American sind relativ niedriger und zielen vor allem auf kleine wachstumsorientierte Unternehmen ab. Der NYSE-Hauptmarkt ist dagegen die global wichtigste Börse gemessen an Umfang und Reputation; die Zulassungsstandards umfassen strengere finanzielle Kriterien, Vorgaben zur Aktionärsstruktur und Anforderungen an die Unternehmensführung. Dies steht für eine formelle Beförderung eines Unternehmens auf eine höhere Ebene im Kapitalmarkt.
Aktienrückkäufe werden üblicherweise als Vertrauensbekundung des Managements in die Bewertung des Unternehmens interpretiert. Durch Rückkäufe werden Aktien, die sich im Umlauf befinden, am Markt zurückgekauft, wodurch das Angebot an Aktien reduziert und theoretisch eine Stützung des Aktienkurses erreicht werden soll. Allerdings hängen der tatsächliche Ausführungszeitpunkt und das Ausmaß des Rückkaufplans von der Situation des Unternehmens bei den Cashflows und den Marktbedingungen ab und stellen keine direkte Garantie für den Verlauf des Aktienkurses dar.