Samsung, SK hynix kündigt kurzfristige Verträge auf und schließt stattdessen Verträge mit einer Laufzeit von drei bis fünf Jahren ab. Ist es bei dem eiligen Festziehen des Preises vor allem die Sorge, dass nachfolgend keine Kraft mehr da sein wird?

ChainNewsAbmedia

Laut Berichten aus dem südkoreanischen Medienumfeld haben Samsung Electronics und SK Hynix vollständig auf langfristige Liefervereinbarungen mit einer Laufzeit von drei bis fünf Jahren umgestellt, um den Fluch der Konjunkturzyklen in der Speicherbranche zu beenden. Allerdings warnen Analysten von Forschungseinrichtungen: Wenn die Hersteller zu hastig die Preise festzurren, könnte dies ein Hinweis darauf sein, dass die Erwartungen an die künftige mittelfristige und kurzfristige Preisentwicklung nicht besonders optimistisch sind.

Einjährige Verträge gehen in die Geschichte ein, LTA wird zum neuen Standard der Speicherindustrie

Samsung Electronics und SK Hynix haben die bisher übliche Praxis aufgegeben, mit Technologieriesen einjährige kurzfristige Speicher-Lieferverträge abzuschließen, und setzen stattdessen vollständig auf langfristige Liefervereinbarungen (Long-Term Agreement, LTA) mit einer Dauer von drei bis fünf Jahren. Diese strategische Wende zielt darauf ab, bereits in den frühesten Entwicklungsphasen von KI-Speicherprodukten strategisch mit Kunden zusammenzuarbeiten, um so ein stabiles und zugleich margenstarkes Geschäftsmodell aufzubauen.

Brancheninsider berichten, Samsung Electronics habe seit diesem Jahr eine Richtlinie festgelegt, nach der alle neuen Verträge zwingend die kürzeste Laufzeit von drei Jahren bei LTA gelten. Der CEO der DS-Sparte von Samsung Electronics, Ahn Hyun-geun, hat auf der Jahreshauptversammlung im März dies auch klar so formuliert:

Wir treiben die Lieferverträge mit unseren Kunden voran – vom aktuellen jährlichen und quartalsweisen System hin zu mehrjährigen Vereinbarungen, die drei bis fünf Jahre umfassen.

Derzeit erwartet Samsung, im Weiteren mit großen Kunden wie AMD, Microsoft, Google usw. schrittweise stabile Lieferzusagen für eine Laufzeit von drei Jahren zu unterzeichnen. Die Verhandlungen mit AMD befinden sich dabei bereits in der Endphase.

SK Hynix mit dem Vorteil bei HBM: Gespräche mit Google über einen Fünfjahres-Deal

SK Hynix geht derweil noch aktiver vor. Berichten zufolge verhandelt das Unternehmen mit Google darüber, allgemeine DRAM-Langzeitvereinbarungen von drei auf fünf Jahre zu verlängern, um die Versorgungssicherheit maximal zu erhöhen.

Da SK Hynix derzeit der wichtigste Lieferant für Googles fünfte Generation an High Bandwidth Memory (HBM3E) ist, soll angeblich die Lieferung der nächsten HBM-Generation als Verhandlungsmasse herangezogen werden, um sich eine zusätzliche zweijährige Verlängerung zu sichern. Die ursprüngliche Verhandlungsfrist bis Ende des Jahres, die eigentlich dort abgeschlossen werden sollte, wird nun voraussichtlich auf die erste Hälfte dieses Jahres vorgezogen, um den Deal festzuziehen.

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Abschied vom „Fluch der Konjunkturzyklen“: LTA formt die Struktur der Speicherindustrie neu

Wenn man die Geschichte der Speicherindustrie Revue passieren lässt, war die Vermarktung als standardisierte Ware (Commodity) stets die zentrale Logik, nach der der Markt funktioniert. DRAM für PCs und Smartphones wird langfristig entweder zu quartalsweise festen Preisen oder zu jederzeit schwankenden Spotpreisen gehandelt. Schon bei kleinen Änderungen in der Nachfrage brechen die Preise ein und stürzen stark ab – ein schwer zu vermeidender „Fluch der Konjunkturzyklen“, wodurch Lieferanten langfristig in eine passive Position gedrängt werden.

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Mit der Einführung von LTA wird diese Situation grundsätzlich verändert. Indem Mengen und Lieferpreise für drei bis fünf Jahre festverzurrt werden, können Hersteller selbst dann, wenn ein Abschwung der Konjunktur die Nachfrage trifft, ihre Gewinne mit Hilfe der im Voraus zugesicherten Preis- und Mengenabsicherung stabilisieren – statt wie früher bei Marktbewegungen jeweils in großem Umfang einzubrechen.

Darüber hinaus bedeutet im Bereich der Capex, also bei den Investitionsausgaben, der Besitz langfristiger Bestellungen eine geordnete Planung der CAPEX, wodurch der bösartige Wettbewerb aus der Vergangenheit um blindes Hochfahren der Kapazitäten beendet wird. Für HBM, das eine hohe Prozesskomplexität aufweist und bei dem die Kundenanforderungen stark variieren, ist das Auftragsfertigungsmodell „erst bestellen, dann produzieren“ der entscheidende Schlüssel, um das Bestandsrisiko auszuschließen und die Produktionseffizienz zu maximieren. Ein Brancheninsider bringt es auf den Punkt:

Samsung Electronics und SK Hynix haben sich heute bereits über die reine Rolle als Speicher-Lieferant hinaus entwickelt und sind zu strategischen Infrastruktur-Partnern für globale Technologieriesen aufgestiegen.

Aus Sicht der Analysten: LTA fixiert die Preise – sind die Hersteller für die Zukunft nicht optimistisch?

Allerdings sind nicht alle Beobachter dieser Welle an LTA-Begeisterung gegenüber positiv eingestellt. Der Analyst Jukan von Citrini Research interpretiert das so: „Ehrlich gesagt: Sie sind nur bereit, neue langfristige Vereinbarungen zu unterschreiben – und das macht mir ein wenig Sorgen.“

Das Wesen von LTA ist, bestehende Preise festzuschreiben. Wenn Hersteller wirklich davon ausgehen, dass die Speicherpreise weiter steigen werden, sollten sie nicht in dieser Phase eilig langfristige Verträge daran binden. Die einzige schlüssige Erklärung ist, dass sie glauben, die Preise würden als Nächstes fallen.

Mit anderen Worten: Dass Samsung und SK Hynix LTA aktiv vorantreiben, baut zwar eine Schutzlinie gegen Abwärtsrisiken auf – aber die Maßnahme selbst könnte auch bedeuten, dass die beiden großen Speicherhersteller intern bereits davon ausgehen, dass das Aufwärtspotenzial für die Zukunft ohnehin ziemlich begrenzt ist. Ob das stimmt oder nicht, muss die Zeit erst zeigen.

Dieser Artikel „Samsung, SK Hynix kündigen Kurzverträge auf und schließen erneut Verträge über drei bis fünf Jahre ab: Ist die eilige Festpreisbindung die Angst vor mangelnder Folgekapazität?“ erschien zum ersten Mal auf „Kettennachrichten ABMedia“.

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