Ist Satoshi Nakamoto noch am Leben? Ein einfacher Grund dafür, dass der Gründer von Bitcoin bereits gestorben ist

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Die New York Times hat in einer aktuellen Untersuchung und Berichterstattung unmissverständlich erklärt, dass der Kryptograf Adam Back höchstwahrscheinlich der Gründer von Bitcoin, Satoshi Nakamoto, ist. Nic Carter, Partner bei Castle Island Ventures, widerspricht jedoch und betont, dass er, falls Satoshi Nakamoto noch am Leben wäre, nicht einfach tatenlos zusehen könnte, wie Bitcoin von einer Quantencomputer-Bedrohung betroffen ist.

New York Times: Adam Back ist Satoshi Nakamoto?

Die Argumentation in dem Bericht der New York Times konzentriert sich auf Adams Back’s Cypherpunk-Hintergrund, den technischen Zusammenhang zwischen dem von ihm erfundenen Proof-of-Work-System Hashcash und dem Bitcoin-Design sowie die Ähnlichkeiten beider Seiten in Schreibgewohnheiten und Begrifflichkeiten. Back hat diese Behauptung jedoch seit vielen Jahren öffentlich dementiert.

Carter weist darauf hin, dass der Artikel keinerlei substanzielle neue Beweise liefert. Eine stylometrische Analyse lässt sich bei statistischen Methoden leicht manipulieren, und die gesamte Argumentationskraft ist offensichtlich zu schwach, um eine Identitätszuordnung zu stützen. Er räumt jedoch auch ein: Die Zukunft könnte eine Antwort auf dieses Problem mithilfe von künstlicher Intelligenz ermöglichen.

(LLM könnte die Netzwerk-Anonymität und Privatsphäre zerstören: Kann KI herausfinden, wer Satoshi Nakamoto ist?)

Quantencomputer rücken näher: 1,7 Millionen BTC stehen kurz vor dem Aus

Der Kern von Carters Argument liegt in einer unmittelbar bevorstehenden technischen Krise. Aktuell befinden sich in dem Bitcoin-Netzwerk rund 1,7 Millionen BTC, die in veralteten Pay to Public Key (P2PK)-Adressen gespeichert sind. Die Marktkapitalisierung liegt bei über 120 Milliarden US-Dollar, ungefähr 9% des gesamten Bitcoin-Gesamtangebots. Die tödliche Schwäche dieser Art von Adressen besteht darin, dass der öffentliche Schlüssel des Inhabers direkt offenbart wird:

Sobald die Rechenleistung von Quantencomputern stark genug ist, kann man daraus den privaten Schlüssel rückrechnen und diese Vermögenswerte vollständig kontrollieren.

Laut einer aktuellen Studie von Google kann die Anzahl der benötigten Quantenbits zum Knacken solcher Verschlüsselungen deutlich niedriger sein als bisher angenommen. Etwa 26.000 Quantenbits (qubits) reichen aus, um innerhalb weniger Tage zu knacken. Google hat dafür sogar eine Frist gesetzt: Eine Umstellung auf Post-Quantum-Kryptografie soll nach 2029 abgeschlossen sein. Auch die US-Regierung fordert, dass kritische Infrastrukturen bis 2030 den Übergang vollziehen.

In der Branche gilt die sogenannte „Q-Day (Tag des Quantenknackens)“ weitgehend nicht mehr als unerreichbares Science-Fiction-Szenario, sondern als eine reale Herausforderung für die Netzwerksicherheit in diesem Jahrhundert.

(Google will nach 2029 nachgelagert auf Quantenmigration umstellen, während der Bitcoin-Community-Konsens unklar ist)

Hat die Bitcoin-Community gehandelt?

Angesichts dieser potenziellen Krise ist die Bitcoin-Entwickler-Community keineswegs ohne Optionen. Theoretisch könnte man per Software-Upgrade Ausgaben aus diesen alten P2PK-Adressen verbieten, was im Ergebnis dazu führt, dass diese Vermögenswerte dauerhaft eingefroren werden.

In der Realität lässt sich dieser Plan jedoch praktisch kaum umsetzen. Die Kernkultur von Bitcoin basiert auf dem Glauben an „die Unantastbarkeit des Eigentumsrechts“ sowie auf einer „unveränderlichen Geldpolitik“. Zwangsweise das Einfrieren von Nutzervermögen ist gleichbedeutend mit dem Widerspruch zum ursprünglichen Geist von Bitcoin und stößt daher auf starken Widerstand in Teilen der Community.

(Wenn Bitcoin nicht mehr bereit ist, sich zu ändern: Die echte Gefahr liegt nicht in der Quantenbedrohung, sondern in einer „Verkirchlichung“ der Community)

Carter: Wenn Satoshi Nakamoto noch leben würde, könnte er nicht tatenlos zusehen

Genau hier liegt Carters stärkste Schlussfolgerung. Satoshi Nakamoto selbst hatte bereits 2010 an Diskussionen zu quantentechnischen Risiken im Zusammenhang mit Bitcoin teilgenommen und war mit diesem Problem keineswegs uninformiert. Falls Satoshi Nakamoto noch am Leben ist und ein Verantwortungsgefühl für Bitcoin hat, könnte er völlig in der Lage sein, zu handeln – unter Wahrung der Anonymität:

Das gehaltene Bitcoin-Vermögen auf neue Adressen übertragen, die eine Post-Quantum-Verschlüsselung verwenden, oder diese Vermögenswerte direkt an eine Vernichtungsadresse senden. So ließe sich das Risiko quantenbasierter Angriffe grundsätzlich ausschalten.

Doch seit 2010, als Satoshi Nakamoto aus dem öffentlichen Blickfeld verschwand, ist dieses Vermögen nie bewegt worden. Carter ist der Ansicht, dass ein Satoshi Nakamoto, der noch lebt und sich um die Zukunft von Bitcoin sorgt, nicht gleichgültig gegenüber einer so dringenden systemischen Bedrohung bleiben kann. Die einzige plausible Erklärung sei, dass er nicht mehr handeln kann oder dass er längst verstorben ist.

Ist Satoshi Nakamoto noch am Leben? Ein einfacher Grund, warum der Bitcoin-Gründer bereits verstorben ist, erschien erstmals auf Chain News ABMedia.

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