
Laut einem Bericht von Business Insider hat SpaceX-Führungskraft Michael Nicholls in einer internen Mitteilung an die xAI-Mitarbeiter unmissverständlich festgehalten, dass die aktuellen Rechen- und Trainingsleistungen „so niedrig sind, dass es peinlich ist“, und dass man „offensichtlich hinter den wichtigsten Wettbewerbern zurückliegt“. Außerdem wurde angekündigt, dass die entsprechenden Ingenieurmaßnahmen sofort in Kraft treten. Dieses umfassende Reengineering ist die zweite Runde des Wiederaufbaus, die Musk nach der Übernahme von xAI durch SpaceX im Februar vorangetrieben hat.
Nicholls (SpaceX Starlink Senior Vice President, der zugleich als xAI-CEO fungiert) beschreibt in dem Memo den aktuellen Zustand von xAI mit direkter und strenger Wortwahl und erklärt, dass das Unternehmen die Trainingsleistung in den kommenden zwei Monaten deutlich steigern will.
Musk hat im März auf der X-Plattform ebenfalls öffentlich eingeräumt: „Beim ersten Bau von xAI hat es nicht funktioniert, deshalb bauen wir gerade von vorn neu.“ Gleichzeitig kündigte er an, dass das Unternehmen vergangene Kandidaten erneut prüfen wird, und verwies darauf: „In den letzten Jahren wurden vielen talentierten Menschen die Aufnahme bei xAI verweigert – nicht einmal eine Chance auf ein Vorstellungsgespräch gab es.“
Seit Januar dieses Jahres sind acht xAI-Mitgründer nacheinander ausgeschieden, darunter Nordeen, Zhang Guodong, Manuel Kroiss (verantwortlich für das Grok Code-Projekt), Toby Pohlen (verantwortlich für das AI-Agents-Projekt Macrohard) sowie der zuletzt ausgeschiedene Ross Nordeen. Business Insider zufolge hat xAI seit Februar dieses Jahres Dutzende Mitarbeitende abgebaut, darunter Mitglieder aus Teams im Zusammenhang mit Grok Imagine und Macrohard.
Vortraining: Devendra Chaplot (ehemaliger Researcher bei Facebook und Thinking Machines Labs)
Modellewerk und Tools: Aman Madaan, verantwortlich für die KI-Modell-Entwicklungsinfrastruktur und Data Pipelines
Nachtraining und Reinforcement Learning (RL): Aditya Gupta, federführend bei Model Fine-Tuning und der Ausrichtung an menschlichen Präferenzen
Grok Code Nachtraining: Li Beibin (ehemaliger Researcher bei Microsoft, Meta)
Video- und Bildtraining: Jia Xuhui (ehemals bei Google DeepMind) und Zhu Yukun, gemeinsam verantwortlich
Produkt: Andrew Milich und Jason Ginsburg (im März zum Team gekommen, nachdem sie vom KI-Programm-Editor Cursor gewechselt sind)
Recheninfrastruktur: Daniel Dueri (SpaceX Director of Software Engineering)
Daten: Matt Monson (SpaceX Starlink Software Director)
Der makroökonomische Hintergrund für dieses Engineering-Reengineering ist das bevorstehende IPO von SpaceX. Laut Informierten gegenüber Business Insider plant SpaceX, dieses Jahr eine IPO-Anmeldung einzureichen; die Gesamtbewertung könnte mehr als 2 Billionen US-Dollar betragen. Die strategische Absicht hinter der Übernahme von xAI durch SpaceX besteht darin, die Dateninfrastruktur von Starlink mit den KI-Modellfähigkeiten von xAI zu integrieren, um nach dem IPO eine stärkere technische Story bieten zu können.
Allerdings bringen die deutliche Rückständigkeit von xAI bei den Kern-Trainingsfähigkeiten sowie die anhaltende Fluktuation von Personal Unsicherheit bei der Realisierung dieser beeindruckenden Bewertung. In seinem Memo setzt Nicholls die Verbesserung der Trainingsleistung ausdrücklich als oberstes Ziel für die kommenden zwei Monate. Das zeigt, dass SpaceX xAI mit einem engen Zeitplan für das IPO unter Zeitdruck setzt, damit der technische Rückstand aufgeholt werden kann.
SpaceX hat die Übernahme von xAI im Februar 2026 abgeschlossen. Musk will die Engineering-Kultur von SpaceX und die Dateninfrastruktur von Starlink integrieren, um ein überzeugenderes Portfolio an KI-Assets für das anstehende IPO aufzubauen. Musk selbst gibt zu, dass xAI „beim ersten Bau nicht erfolgreich“ war; dieses Reengineering ist ein unmittelbarer Ausdruck davon, dass man „von Grund auf neu“ aufsetzen muss.
Laut dem internen Memo von Nicholls besteht eine deutliche Lücke zwischen der Rechen-Trainingsleistung von xAI und der von Wettbewerbern wie OpenAI, Anthropic und Google. Zudem haben mehrere zentrale Technologie-Mitgründer nacheinander das Unternehmen verlassen, was die bestehenden Fähigkeiten weiter schwächt. Das Unternehmen plant, die Effizienz in zwei Monaten deutlich zu steigern und den Rückstand mit der Einführung neuer Führungskräfte mit Hintergründen von Facebook, Google DeepMind usw. zu beschleunigen.
Laut einem Bericht von Business Insider könnte die Gesamtbewertung des SpaceX IPO mehr als 2 Billionen US-Dollar betragen; sie stützt sich vor allem auf das schnelle Wachstum des Starlink-Satelliten-Internetgeschäfts, die Raketenfertigungsfähigkeit sowie die AI-Assets nach der Übernahme von xAI. Der konkrete Anteil von xAI an der Bewertung und der endgültige Zeitplan des IPO sind bislang nicht veröffentlicht. Derzeit hat ein Sprecher von xAI noch nicht auf die entsprechenden Berichte reagiert.