
Die regierende Demokratische Partei Koreas brachte am 8. April der Nationalversammlung das „Grundgesetz für digitale Vermögenswerte“ vor. Der Gesetzentwurf schafft einen umfassenden rechtlichen Rahmen für die Emission, den Handel, die Verwahrung und die Regulierung digitaler Vermögenswerte und setzt erstmals bankähnliche Zulassungsanforderungen, Reservenstandards und Rücknahmeverpflichtungen für sogenannte Stablecoins, die an gesetzliche Zahlungsmittel oder reale Vermögenswerte gekoppelt sind. Am selben Tag kündigten die Finanzdienstleistungskommission (FSC) und die Financial Supervisory Service (Finanzaufsichtsbehörde) außerdem an, dass alle inländischen Kryptobörsen einheitliche, verpflichtende Auszahlungsverzögerungsmechanismen einführen müssen.
Der Gesetzentwurf definiert „wertgebundene digitale Vermögenswerte“ ausdrücklich als eine Kategorie, die besonderer Regulierung bedarf. Dazu zählen Stablecoins, die an gesetzliche Zahlungsmittel wie den Won gekoppelt sind, oder Stablecoins, die durch reale Vermögenswerte abgesichert sind.
Emissionsseite für Stablecoins: Erfordert eine behördliche Genehmigung, die Einhaltung von Kapitalanforderungen, einen Plan für die Reserven sowie Rücknahmeverpflichtungen; die Gesamtnormen ähneln denen der Bankenregulierung
Geschäftsseite digitaler Vermögenswerte: Handel, Vermittlung, Verwahrung und Beratungsleistungen müssen in ein System aus Genehmigungen, Registrierungen und regelmäßigen Berichtspflichten einbezogen werden
Marktverhaltensseite: Klare Verbote für Marktmanipulation sowie für unfaire Handlungen wie den Handel unter Nutzung nicht öffentlicher Informationen und die Festlegung von Standards für interne Kontrollen und Offenlegung von Informationen
Politische Koordinationsseite: Einrichtung eines „Digital Asset Committee“, zuständig für die Prüfung und Koordinierung von Politikmaßnahmen, die Ausarbeitung nationaler Grundpläne und die Umsetzungskonzepte
Der Gesetzentwurf macht von Anfang an deutlich, dass „digitale Vermögenswerte dabei sind, zur zentralen Vermittlungsinstanz zu werden, die die reale Wirtschaft und die Finanzmärkte verbindet“, und setzt als gesetzgeberisches Ziel: „eine Grundlage dafür zu schaffen, dass Korea weltweit die Ordnung des digitalen Finanzwesens anführt“.
Die Verhandlungen zum „Grundgesetz für digitale Vermögenswerte“ stecken seit Anfang dieses Jahres in einer Sackgasse. Der Kernkonflikt betrifft die Frage, wer berechtigt ist, Stablecoins zu emittieren, die an den Won gekoppelt sind. Die Bank of Korea (Bank of Korea) argumentiert, dass nur Banken mit mehr als 51% der Anteile zur Emission berechtigt sein sollten, um sicherzustellen, dass die wesentliche Verantwortung für die Stabilität der gesetzlichen Zahlungsmittel bei stark regulierten Finanzinstituten liegt. Die Finanzdienstleistungskommission hingegen nimmt hierzu eine zurückhaltende Haltung ein und warnt, dass eine zu hohe Eintrittsschwelle die Krypto-Innovation behindern und den heimischen Markt im globalen Wettbewerb zurückwerfen könnte.
Die Gesetzesentwurfsfassung, die die regierende Partei diesmal eingebracht hat, versucht, ein Gleichgewicht zwischen regulatorischer Sicherheit und Marktöffnung zu finden. Die konkreten Zulassungsstandards müssen jedoch noch von der Nationalversammlung bestätigt werden.
Die Finanzdienstleistungskommission und die Financial Supervisory Service kündigten am selben Tag neue Regeln an, die verlangen, dass alle koreanischen Kryptowährungsbörsen einheitliche und strenge Auszahlungsverzögerungsmechanismen umsetzen. Damit soll die jüngste Zunahme von Sprach-Phishing-Betrügereien bekämpft werden: Solche Betrügereien nutzen die Eigenschaft, dass Krypto-Asset-Transaktionen in Echtzeit erfolgen, um Opfer dazu zu bringen, Gelder schnell zu transferieren, was zu massiven Vermögensverlusten führt. Die neuen Regeln verlangen, dass Börsen nach der Anstoßung eines Auszahlungsauftrags durch Nutzer einheitlich ein Zeitfenster für die verpflichtende Wartezeit festlegen, um die Hürden für betrügerische Handlungen auf der operativen Ebene zu erhöhen.
Der Gesetzentwurf stuft Stablecoins, die an gesetzliche Zahlungsmittel oder reale Vermögenswerte gekoppelt sind, als „wertgebundene digitale Vermögenswerte“ ein. Dafür ist eine besondere Genehmigung erforderlich; der Emittent muss Kapitalanforderungen, einen Plan für die Reserven sowie Rücknahmeverpflichtungen erfüllen. Insgesamt ähneln die Anforderungen den bankaufsichtlichen Standards. Es handelt sich um das erste Mal, dass Korea einen klaren institutionellen Rahmen für Stablecoins festlegt.
Die Bank of Korea vertritt die Ansicht, dass nur Banken mit mehr als 51% der Anteile Stablecoins emittieren dürfen, die an den Won gekoppelt sind. Die Finanzdienstleistungskommission hingegen befürchtet, dass zu hohe Eintrittsschwellen Innovationen behindern könnten. Diese Meinungsverschiedenheit ist einer der Hauptgründe, warum die Verhandlungen zum „Grundgesetz für digitale Vermögenswerte“ in eine Sackgasse geraten sind. Die neueste Fassung des Gesetzentwurfs versucht, zwischen beiden Seiten ein Gleichgewicht zu finden.
Die neuen Regeln verlangen, dass alle inländischen Kryptobörsen eine einheitliche Pflicht zur Auszahlungsverzögerung umsetzen. Ziel ist es, Sprach-Phishing-Betrügereien zu bekämpfen, die den Geschwindigkeitsvorteil beim Handel mit Krypto-Assets ausnutzen (Voice Phishing Scam). Durch die Verlängerung der Wartezeit im Prozess soll die Wahrscheinlichkeit gesenkt werden, dass Opfer unter dringlichen Emotionen die betrügerische Geldübertragung abschließen.