Der E-Commerce-Riese Alibaba und China Telecom kündigten am Dienstag die Inbetriebnahme eines neuen Rechenzentrums in Südchina an, das mit von Alibaba selbst entwickelten KI-Chips ausgestattet ist. Dies markiert einen wichtigen Schritt für China beim Aufbau eigener KI-Infrastruktur.
Zehntausende Zhenwu-Chips gehen online und unterstützen KI-Großmodelle mit Milliarden Parametern
Das Rechenzentrum befindet sich in Shaoguan in der Provinz Guangdong und ist mit 10.000 von Alibaba selbst entwickelten „Zhenwu“-Halbleiterchips ausgestattet. Es ist speziell für KI-Training und Inferenz ausgelegt und verfügt über die Fähigkeit, Großmodelle in Größenordnung von mehreren hundert Milliarden Parametern zu unterstützen. Diese Art von Modellen zählt derzeit zu den weltweit größten KI-Modellen und unterstreicht den schnellen Fortschritt führender chinesischer Technologieunternehmen bei der eigenständigen Entwicklung von KI-Chips.
Laut einem Bericht von CNBC gaben Alibaba und China Telecom an, dass das Rechenzentrum in Zukunft voraussichtlich auf einen Umfang von 100k Chips erweitert werden soll. Der Rechencluster kann in verschiedenen Branchen wie der Gesundheitsmedizin und fortgeschrittenen Materialwissenschaften eingesetzt werden.
US-Chip-Embargo beschleunigt Chinas eigenständigen Entwicklungsprozess
In den vergangenen Jahren haben die USA Chinas Zugang zu Schlüssel-Halbleitertechnologien fortlaufend eingeschränkt, darunter auch zu den KI-Chips von NVIDIA. Das beschleunigt paradoxerweise den Schritt Chinas hin zu heimischen Ersatzlösungen. Alibaba entwirft über die eigene Halbleitersparte „T-head“ Chips eigenständig; zugleich ist das Unternehmen eines der größten Cloud-Computing-Dienstanbieter in China. Von der Chipentwicklung über den Aufbau von Rechenzentren bis hin zur Entwicklung von KI-Modellen wird alles aus einer Hand übernommen und anschließend über die Cloud-Computing-Sparte an die Außenwelt verkauft. Cloud-Computing ist in den letzten Quartalen zu einem der am schnellsten wachsenden Geschäfte von Alibaba geworden.
Chinas KI-Basisinfrastruktur-Strategie: weniger ausgeben, stabiler profitieren
Bemerkenswert ist, dass Chinas Technologieunternehmen bei der Investitionsstrategie für KI-Basisinfrastruktur deutlich anders vorgehen als US-amerikanische Tech-Giganten. Während die US-Technologieriesen in diesem Jahr voraussichtlich rund 700 Milliarden US-Dollar in den Aufbau von KI-Infrastruktur investieren werden, entscheiden sich chinesische Unternehmen dafür, die Ausgaben zu senken und KI-Technologien auf Branchenanwendungen zu fokussieren, von denen sie glauben, dass sie Wachstum bei den Einnahmen und Investitionsrenditen bringen.
Darüber hinaus nimmt China auch die Anstrengungen zu, um mit inländischer Technologie großskalige Rechenzentren aufzubauen. Im vergangenen Monat ist ein Rechencluster, der mit Huawei Advanced Ascend 910C KI-Chips bestückt ist, offiziell ans Netz gegangen. Damit wird Chinas Entschlossenheit und die erzielten Ergebnisse bei der Eigenständigkeit von KI-Chips weiter unter Beweis gestellt.
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