Das dürfte wohl in letzter Zeit die meistbeneidete Geschichte im Stil „Der kleine Fisch besiegt den großen Wal“ sein. Ein einzelner, auf sich allein gestellter „SOLO-Miner“ schafft es mit seiner winzigen Rechenleistung und einer Gewinnquote von 0.00357%, den „einmal in hundert Jahren“-Hauptgewinn zu ergattern, und findet erfolgreich den Bitcoin-Block Nr. 943,411. Allein dadurch bringt er 3.139 Bitcoins (rund 210.000 US-Dollar) für sich ein. Laut den Daten des Blockchain-Explorers Mempool hat dieser Glücks-Miner am 3. April über die unabhängige Mining-Plattform CKpool erfolgreich einen Block gefunden. Er erhielt eine Blockprämie von 3.125 Bitcoins, hinzu kommen 0.014 Bitcoins (940 US-Dollar) an Transaktionsgebühren; damit beläuft sich die Gesamtvergütung auf 3.139 Bitcoins (ca. 210,108 US-Dollar). CKpool ist ein seit 2014 bestehender, langjähriger anonymer Solo-Mining-Pool. Er erlaubt einzelnen Minern, nach Abzug von 2% Servicegebühr die volle Blockprämie zu behalten. Dazu gratulierte auch der CKpool-Entwickler Con Kolivas in der Community-Plattform X: „Glückwunsch an den Miner der Adresse bc1q~lun3, der mit nur 230 TH/s Rechenleistung den 312. unabhängigen Block gefördert hat!“ Er ergänzte, dass die Wahrscheinlichkeit für Miner dieser Größenordnung, täglich erfolgreich einen Block zu schürfen, nur etwa 1/28,000 (0.00357%) beträgt. Bis zum 2. April wird die gesamte Rechenleistung des Bitcoin-Gesamtnetzwerks auf 1 ZH/s geschätzt. Im Vergleich dazu verfügt dieser glückliche Miner nur über 230 TH/s Rechenleistung, was lediglich etwa 0.00002% der gesamten Netz-Rechenleistung ausmacht. Anhand der Daten wirkt das eher wie ein paar Haushalts-ASIC-Miner, die unter dem eigenen Dach aufgebaut wurden. Laut den Daten der Tracking-Plattform für Solo-Miner Bennet ist das seit dem 28. Februar das erste Mal, dass ein unabhängiger Solo-Miner erfolgreich einen Block schürfen konnte; damit wurde eine lang anhaltende Dürreperiode von 33 Tagen beendet. In den vergangenen 12 Monaten schürften Solo-Mining-Pools insgesamt nur 20 Bitcoin-Blöcke. Dabei wurden insgesamt 62.96 Bitcoins ausgegeben; im Durchschnitt tauchte alle 18.7 Tage ein unabhängiger Block auf, wobei der längste Abstand sogar 58 Tage betrug. Warum hält noch jemand an „SOLO Mining“ fest? In dem riesigen Bitcoin-Netzwerk ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Solo-Miner erfolgreich die Blockprämie gewinnt, extrem gering. Daher entscheiden sich kleinere Miner in der Regel dafür, „Mining-Pools“ beizutreten. Ziel ist es, die Rechenleistung zu bündeln, gemeinsam zu minen und die Belohnungen anschließend entsprechend dem geleisteten Beitrag aufzuteilen, um so ein stabiles und planbares Einkommen zu erhalten. Trotzdem gibt es immer wieder Miner, die lieber auf die Karte „alles oder nichts“ setzen und sich für den Einzelkampf entscheiden: Sie lassen bei einem unabhängigen Solo-Pool alles auf eine Karte laufen, nur für diese „Gewinner bekommt alles“-Blockprämie. Dieses Modell umgeht die Abzüge durch Mining-Pools. Auch wenn die Erfolgschancen verschwindend gering sind: Wenn man doch trifft, entspricht das dem Gewinn eines lebensverändernden Lotterie-Großgewinns.