BlockBeats-Mitteilung, 3. April: Der On-Chain-Detektiv ZachXBT veröffentlicht einen Untersuchungsbericht gegen Circle und behauptet, dass das Unternehmen seit 2022 in mehreren Fällen, die illegale Gelder betreffen, „mangelnde Wirksamkeit bei der Compliance-Umsetzung“ aufweist; die insgesamt betroffene Summe beläuft sich kumuliert auf mehr als 420 Millionen US-Dollar. Der Bericht weist darauf hin, dass Circle als Emittent von USDC seit langem dafür bekannt ist, über ein reguliertes und umfassend ausgearbeitetes Compliance-System zu verfügen; auch die Token-Contracts bieten die Funktion, Adressen einzufrieren und auf eine Blacklist zu setzen, und in den Servicebedingungen wird ausdrücklich festgehalten, dass das Unternehmen das Recht behält, Einschränkungen für verdächtige Konten vorzunehmen. Jedoch wurden diese Mechanismen bei mehreren großen Sicherheitsvorfällen nicht rechtzeitig und nicht wirksam eingesetzt.
Der Bericht hebt besonders den Angriff auf das Drift Protocol am 1. April 2026 hervor: Dabei wurden Vermögenswerte im Wert von rund 280 Millionen US-Dollar gestohlen. Der Angreifer nutzte die firmeneigene Cross-Chain-Brücke CCTP von Circle und übertrug innerhalb von 6 Stunden mehr als 232 Millionen USDC von Solana nach Ethereum, doch währenddessen wurde kein einziger Vermögenswert eingefroren. Ähnliche Fälle traten auch bei Angriffen auf SwapNet, Cetus Protocol und Mango Markets auf; in manchen Fällen, selbst wenn Strafverfolgungsbehörden und Branchenexperten bereits Freeze-Anfragen gestellt hatten, ergriff Circle nicht rechtzeitig Maßnahmen, und selbst nachdem die Vermögenswerte bereits übertragen worden waren, wurde erst danach gehandelt.
Darüber hinaus stellt der Bericht fest, dass Circle im Rahmen einer Geldwäsche-Untersuchung mit Bezug auf die Hackergruppe Lazarus Group im Vergleich zu anderen Stablecoin-Emittenten (wie Tether, Paxos usw.) deutlich verzögert reagierte. In einigen Fällen verzögerte sich der Freeze-Einsatz um mehrere Monate. Ähnliche Verzögerungen gab es auch bei Angriffen auf die Lieferkette von Ledger sowie bei dem Angriff auf GMX: USDC blieb auf verdächtigen Adressen mehrere Stunden oder sogar noch länger, ohne dass es eingefroren wurde.
ZachXBT erklärte in dem Bericht, dass diese Offenlegung nicht darauf abzielt, den Wert des Produkts oder des Stablecoins von Circle selbst in Frage zu stellen, aber betont, dass die Entscheidungen in Bezug auf die Compliance-Umsetzung der Branche „tatsächliche und erhebliche Verluste“ zugefügt hätten. Er weist darauf hin, dass DeFi-Ökosysteme in den vergangenen drei Jahren aufgrund mehrerer nicht rechtzeitig ergriffener Maßnahmen kumulierte Verluste in einem neunstelligen US-Dollarbereich erlitten hätten, während 420 Millionen US-Dollar lediglich eine konservative Schätzung für öffentlich bekannt gewordene Fälle seien; das tatsächliche Ausmaß könne höher ausfallen.