Bitcoin verzeichnete den größten Tagesabfluss seit November 2025, doch Analysten sagen, dass die Bitfinex-Übertragung möglicherweise nicht das signalisiert, was es scheint.
Bitcoin-Exchangenausgänge stiegen am Donnerstag deutlich an.
Laut Krypto-Analyst Darkfost erreichten die Nettoabflüsse an den Börsen an einem Tag 28.700 BTC. Das ist der höchste Wert seit November 2025.
Große Abflussereignisse wie dieses sorgen normalerweise für Aufregung auf dem Markt. Doch diesmal ist das Bild komplizierter als es scheint.
Darkfost wies darauf hin, dass der Großteil des Abflusses von einer Plattform kam: Bitfinex.
Die Bitcoin-Reserven der Börse sanken von 431.767 BTC auf 407.140 BTC. Das entspricht einem Rückgang von etwa 24.627 BTC in kurzer Zeit. Noch auffälliger ist, dass 23.588 BTC in einer einzigen Transaktion an eine neu erstellte Wallet-Adresse transferiert wurden.
🔎Bitcoin-Abflüsse explodieren, aber das Marktsignal ist unklar
💥 Heute verzeichnete der Nettofluss an Bitcoin an den Börsen einen besonders großen Nettoabfluss, der 28.700 BTC erreichte – der höchste Wert seit November 2025.
Eine so starke Dominanz der Bitcoin-Abflüsse könnte potenziell… pic.twitter.com/utS7XoTFUR
— Darkfost (@Darkfost_Coc) 4. März 2026
Allein würde eine solche Abflussmenge normalerweise ein bullisches Signal an den Markt senden.
Investoren ziehen Bitcoin in der Regel von Börsen ab, wenn sie vorhaben, ihn langfristig zu halten. Weniger Bitcoin auf Börsen bedeutet oft weniger Verkaufsdruck. Doch Darkfost riet zur Vorsicht, bevor man zu viel in diese spezielle Bewegung hineininterpretiert.
Der Analyst bemerkte, dass das Senden einer großen Summe in einer einzigen Transaktion an eine neue Wallet-Adresse oft auf interne Treasury-Operationen hinweist.
Börsen reorganisieren regelmäßig Reserven, migrieren Wallets oder rebalance Cold Storage. Bitfinex hat keine öffentliche Erklärung veröffentlicht, die eine interne Übertragung bestätigt oder dementiert. Bis Klarheit besteht, könnten die Abflussdaten irreführend sein.
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Während die Debatte um den Abfluss lief, zog die Kursentwicklung von Bitcoin die Aufmerksamkeit eines anderen Analysts auf sich.
Ardi wies darauf hin, dass BTC derzeit eine Ausbruchszone bei etwa 71.500 USD erneut testet. Diese Marke ist wichtig, weil Bitcoin etwa vier Wochen lang aus diesem Bereich ausgebrochen ist. Ein Verlust dieser Marke wäre eine bärische Entwicklung.
$BTC testet erneut die Ausbruchszone bei circa 71,5K.
Der Kurs muss hier überhalten. Ein erneutes Eindringen in eine Range, aus der er 4 Wochen ausgebrochen ist, wäre bärisch.
Das Volumen bei Gegenbewegungen (Verkäufe) während des Rücksetzers ist schwächer als das Volumen beim ursprünglichen Ausbruch, daher haben die Bullen noch die Oberhand. Das ändert sich… pic.twitter.com/ud3ZrBAlHK
— Ardi (@ArdiNSC) 5. März 2026
Ardi stellte fest, dass das Verkaufsvolumen während des aktuellen Rücksetzers schwächer aussieht als das ursprüngliche Ausbruchsvolumen. Das deutet darauf hin, dass die Bullen noch die Oberhand behalten.
Einige starke bärische Schlusskurse innerhalb der alten Range könnten diese Einschätzung ändern, aber das ist bisher nicht passiert.
Bitcoin handelt außerdem über dem 200-Perioden-Exponentiellen gleitenden Durchschnitt (EMA) und dem 200-Perioden-Simple Moving Average (SMA) im Vier-Stunden-Chart.
Laut Ardi ist dies das erste Mal, dass BTC über beiden Levels gehalten hat, seit es bei etwa 90.000 USD gehandelt wurde. Das ist ein bedeutender technischer Meilenstein für Marktteilnehmer, die den Trend beobachten.
Laut CoinGecko-Daten liegt Bitcoin zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bei 72.425,57 USD.
Der Vermögenswert verzeichnete in den letzten 24 Stunden einen Gewinn von 2 % und in den letzten sieben Tagen eine Steigerung um 6,55 %. Das Handelsvolumen der letzten 24 Stunden erreichte 76,3 Milliarden USD, was auf eine aktive Marktteilnahme hinweist.
Die Kombination aus Kursstärke und hohen Abflusszahlen hat Diskussionen über den nächsten Schritt von Bitcoin ausgelöst.
Dennoch betonen Analysten wie Darkfost die Bedeutung, nicht übermäßig auf einen einzelnen Datenpunkt zu reagieren. Wenn sich herausstellt, dass die Bitfinex-Übertragung eine interne Fondsverwaltung war, ist das tatsächliche Marktsignal aus den Abflussdaten deutlich kleiner als die Schlagzeile vermuten lässt.
Marktbeobachter werden wahrscheinlich in den kommenden Tagen auf eine Stellungnahme von Bitfinex warten. Bis dahin bleibt der Abfluss von 28.700 BTC eine auffällige Zahl mit unklarer Bedeutung.